Lupus - Ratgeber
von Dorothea Maxin



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strahlendes Chamäleon
Ratgeber
Dritte, völlig überarbeitete und erweiterte Auflage von "Mein Lupus erythematodes Tagebuch (Ratgeber)"
In Vorbereitung


Unten finden Sie Leseproben der zweiten Auflage.

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             Nachwort zur zweiten Auflage


Was ist Lupus erythematodes?

Der Lupus erythematodes (LE) ist eine Autoimmunkrankheit. Was ist das? Normalerweise bekämpft unser Immunsystem Krankheitserreger und andere Substanzen, die von außen auf uns einwirken, zum Beispiel Viren, Bakterien und Pilze. Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen den eigenen Körper. Durch Vorgänge, die noch nicht völlig aufgeklärt sind, kommt es zu einer Veränderung in der Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems (der T- und B-Lymphozyten). Gewebsstrukturen des eigenen Körpers werden angegriffen und zerstört. Es entsteht eine Entzündung. Im Zuge dieser fehlerhaften Immunreaktion werden Antikörper gegen körpereigenes Gewebe (Autoantikörper) gebildet. Man spricht dann von einer Autoimmunreaktion.

Praktisch jedes Organ kann von einer Autoimmunreaktion betroffen werden. Die bekanntesten Autoimmunerkrankungen sind wahrscheinlich der Diabetes des Jugendalters (Diabetes mellitus Typ I) und die multiple Sklerose (MS). Bei Lupus erythematodes richtet sich die Autoimmunreaktion vorwiegend gegen die Zellkerne in den Körperzellen, es können jedoch auch Antikörper gegen Blut- und Nervenzellen und weitere Organstrukturen gebildet werden.

Die Antikörper verbinden sich mit den körpereigenen Strukturen, gegen die sie gerichtet sind (Antigene), zu Antigen-Antikörper-Komplexen, den so genannten Immunkomplexen. Diese Immunkomplexe lagern sich an den Wänden der Blutgefäße ab und führen dort zu einer Entzündung (Vaskulitis ), die in mehr oder weniger starkem Ausmaß Beschwerden hervorruft. Weil alle Organe des Körpers durchblutet werden, können auch alle Organe von der Entzündung betroffen sein. Welche Organe bei jeder einzelnen Person befallen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Häufig werden nur wenige Organstrukturen in Mitleidenschaft gezogen, zum Beispiel die Haut oder die Gelenke, manchmal jedoch auch innere Organe wie Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Nieren sowie das Nervensystem. Wenn nur die Haut betroffen ist, spricht man vom kutanen Lupus erythematodes (CLE), wenn auch die Gelenke und innere Organe erkranken, vom systemischen Lupus erythematodes (SLE). Weil die Krankheit so vielgestaltig ist, wird sie auch zu den "Chamäleonkrankheiten" der Medizin gezählt.

Die Krankheitserscheinungen (Symptome) sind manchmal ganz mild und kaum wahrnehmbar, so dass sie das alltägliche Leben fast gar nicht beeinträchtigen. Manchmal jedoch ist die Lebensqualität durch die Heftigkeit der Beschwerden vorübergehend oder dauerhaft, mitunter auch erheblich eingeschränkt.

Verlag für Neue Medizin - Gervinusstr. 47 - D-64287 Darmstadt